Mittwoch, 19. April 2017

Buchrezension: "Queer - ganz normal verrückt" von Simon Rhys Beck (Junge Liebe 77)

Autor: Simon Rhys Beck

Titel: Queer - ganz normal verrückt

Reihe: Junge Liebe, Band 77

Verlag: Himmelstürmer Verlag

Format: eBook (Auch als Taschenbuch verfügbar!)

Erscheinungsdatum: 01.03.2016

Seitenzahl: ca. 220

Altersempfehlung: ab 12 Jahren 

Genre: Gay Romance, Jugendbuch

Schlagwörter: Heimleben, erstes Mal, psychische Probleme

Leseprobe: hier!


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Klappentext: 

Ben versucht verzweifelt, sein Leben in den Griff zu bekommen, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Doch auch der Einzug in die betreute WG bringt nicht die erhoffte Besserung, denn die anderen Bewohner schleppen genauso viele Probleme mit sich herum wie Ben. Und Ben scheint das Chaos magisch anzuziehen. Die Situation droht erneut zu eskalieren. - Wäre da nicht Luka, der Typ aus der Parallelklasse. Luka ist anders. Er ist hübsch, smart und selbstbewusst. Erst durch die Gefühle, die er in Ben weckt, spürt der, was es heißt, zu leben. Aber auch der Weg, den Luka beschreitet, ist manchmal steinig.


Erster Satz: 

Ich glaube, der Tag, an dem ich Luka kennenlernte, war der Beste meines Lebens. 

Meinung: 

Was soll mir dieses Cover sagen? Ich bin mir nicht sicher. Es richtet sich an ein jüngeres Publikum als ich es bin. Aber als Jugendliche hätte ich diese Covergestaltung nicht ansprechend gefunden. Sie erinnert an Schullektüre.

Der Titel ist auch nicht wirklich aussagekräftig. "Queer" kann so ziemlich alles abseits von Heterosexualität bezeichnen. Mal abgesehen davon, dass der Begriff in der Geschichte nicht mal erklärt wird. Der Untertitel könnte witzig sein, wenn das Thema nicht so ernst wäre.

Ben erzählt seine Story aus der Ich-Perspektive. Nach meinem Empfinden schafft es der Autor, überzeugend das Leben eines nicht normalen 15-Jährigen zu schildern. Das bedeutet leider nicht, dass mir der Stil gefällt. Keine Ahnung, wie Hochbegabte mit psychischen Problemen denken. Vielleicht stimmt es so. Ich hatte etwas Besseres erwartet. Auch atmosphärisch gesehen ist nicht viel los.

Die Handlung ist ein wenig verworren. Das Buch hätte gut sein können - aber das ist es leider nicht. Bei so einer Geschichte hängt viel von den Figuren ab, da das Geschehen an sich nicht so besonders ist. Verliebte Teenager eben. Die Nicht-Heterosexualität des Protagonisten ändert nicht viel daran. Ich habe gehofft, dass Bens Heimleben und seine psychischen Probleme dem Ganzen das gewisse Etwas verleihen würden. Spannender hat das die Handlung schon gemacht, aber nicht unbedingt gut. An vielen Stellen wirkte die Geschichte überdramatisiert und konstruiert, die Figuren zu ihrem Verhalten gezwungen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Roman Teenagern bei der Selbstfindung hilft. Möglicherweise unterhält er sie, besonders weil die Erwachsenen häufig dumm reagieren. Die Botschaft ist wohl etwas in Richtung "Du bist gut so, wie du bist".

Es ist schwer, Ben zu charakterisieren. Einerseits ist er recht reif für sein Alter, andererseits kindisch. Ihm ist vieles einfach egal - auch wenn sein Partner fremdknutscht.
Luka mochte ich anfangs sehr. Er wirkte nur mit der Zeit immer unglaubwürdiger, weil er viel zu verständnisvoll war. Als würde Ben ihm doch nicht so viel bedeuten, wie er behauptete. Nur dass dieser Eindruck bei Bens Figur noch stärker war.
Die anderen Kinder im Heim haben alle Schlimmes erlebt und sind mehr oder weniger seltsam. Auch die Betreuer da sind nicht normal. Sowieso sind die meisten Figuren dieser Geschichte durchgeknallt.

Die Bände der Junge-Liebe-Reihe sind unabhängig voneinander lesbar.

Fazit: 

3*
Wer auf leichte Lektüre für Jugendliche steht, wird diesem Buch vielleicht etwas abgewinnen können. Mich stört die Oberflächlichkeit der Erzählung, obwohl schwer wiegende Themen angesprochen werden. Ich finde das für ein Jugendbuch nicht angemessen.


Kennst du empfehlenswerte Jugendbücher aus dem Regenbogenspektrum? Wie gefällt dir "Queer - ganz normal verrückt"?

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