Mittwoch, 11. Januar 2017

Buchrezension: "Zuflucht im Käfig" von Tempeste O'Riley

Autor: Tempeste O'Riley
Titel: Zuflucht im Käfig

Originaltitel: Caged Sanctuary

Übersetzer: Feliz Faber
Verlag: Dreamspinner Press
Format: eBook (Auch als Taschenbuch verfügbar!)
Seitenzahl: ca. 178

Erscheinungstermin: 06.12.2016
Altersempfehlung: ab 18 Jahren (von mir so eingeschätzt)

Genre: BDSM, Contemporary; Gay Romance

Schlagwörter: Rollstuhl, Bondage
Leseprobe: *klick*


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Klappentext:

Kieferchirurg Kaden Thorn führt ein ruhiges Leben, jedoch ohne jede Hoffnung auf eine Liebe, wie er sie sich ersehnt. Seitdem er von Schwulenhassern brutal zusammengeschlagen wurde, kann er seine Beine nicht mehr gebrauchen und sitzt im Rollstuhl. Er hat die Hoffnung aufgegeben, je einen Dom oder auch nur einen „normalen“ Partner zu finden, der ihn liebt. Als er praktisch unter Zwang eine Einladung zum Abendessen bei seiner besten Freundin annimmt, ist das letzte, womit er dort rechnet, ein starker Dom, der über seinen Rollstuhl hinwegsehen kann. 
Architekt Deacon James ist als Dom sehr anspruchsvoll, hat aber die letzten paar Jahre ohne Sub oder Partner zugebracht. Als einer seiner Angestellten ihn zu einer Dinnerparty einlädt, um ihm seine Lebensgefährtin vorzustellen, riecht Deacon ein abgekartetes Spiel, stimmt aber trotzdem zu. Er ist stolz auf seine ausgezeichnete Menschenkenntnis, und als er den jüngeren Zahnarzt kennenlernt, sieht er nicht den Rollstuhl, sondern einen liebenswerten, devoten Mann, der mehr als nur sein Interesse weckt. 
Kades Ängste und die Dämonen der Vergangenheit, die ihn heimsuchen, sind eine Herausforderung für Deacon; er braucht sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung als Dom, um Kades Vertrauen und Hingabe zu gewinnen. Doch Deacon ist fest entschlossen, diese Schlacht erfolgreich zu schlagen, um Kade an seiner Seite und zu seinen Füßen zu haben.


Erster Satz:

Wie an den meisten Abenden seit seiner Trennung von Gary vor einigen Monaten saß Kade Thorn in seinem Büro in seiner Praxis nahe der Innenstadt von Asheville.

Meinung:

Das Cover ist... Nun ja, typisch BDSM? Ich finde die Farbgebung toll, aber sonst sieht man eben nur Menschen. Dafür habe ich ja nicht so viel übrig. ;)

Den Titel finde ich sehr interessant. Er wirkt zunächst widersprüchlich auf mich, aber im BDSM-Kontext passt es dann doch. Auch innerhalb der Geschichte gibt es Bezüge dazu.

Kade und Deacon erzählen aus der personalen Perspektive. Kade kommt jedoch gefühlt häufiger zu Wort, zumindest konnte ich mich mit ihm mehr identifizieren. Vielleicht war er auch einfach der gefühlvollere Part und mir daher näher.

Der Schreibstil ist nichts Besonderes. Ich habe keine Stelle finden können, die ich wegen ihrer Schönheit hier hätte einbinden wollen. Dennoch ist der Text gut und flüssig lesbar.

Das herausstechendste Merkmal des Romans ist seine Handlung. Ganz eindeutig. BDSM mag zwar im Erotikbereich keine Neuheit sein und mittlerweile auch dem Mainstream nicht mehr unbekannt sein, aber wenn zwei Männer das zusammen tun, ist das für die meisten Leute immer noch etwas Seltsames. Wenn man über durchschnittliche, homosexuelle Paare lästert und sich über den Bottom lustig macht, wird dies selbstverständlich bei BDSM verschärfen. Obwohl es heutzutage viele Gay-Romance-Romane gibt, ist BDSM darunter wenig vertreten. So gesehen ist "Zuflucht im Käfig" schon eine Besonderheit. Aber dann wird es noch besser: Es gibt einen behinderten Charakter! Wie toll ist das denn? So etwas habe ich bisher sehr selten gelesen, weil das Angebot auch nicht groß ist. Die vorliegende Konstellation ist mir also noch nie begegnet, weswegen ich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig wurde. Allein wegen der ungewöhnlichen Idee, BDSM und eine behinderte Figur zu verbinden, mag ich das Buch.
Selbstverständlich ist auch der Rest okay. Die Ereignisse und Wendungen sind durchaus spannend. Die Geschichte ist einfühlsam erzählt, was bei dem Thema echt wichtig ist. Auch die Liebe spürt man, obwohl es recht häufig zur Sache geht.

Kade ist ein niedlicher Kerl, dem ein schlimmes Unrecht widerfahren ist. Er hat sich ganz gut damit arrangiert, aber ist dennoch froh, als Deacon ihm einen Ausweg aus seiner vermeintlich ausweglosen Situation bietet.
Deacon ist ein beeindruckender Mann. Seine kreativen Einfälle, um mit Kade umzugehen und ihn zu schätzen, obwohl dieser im Rollstuhl sitzt und die Rolle des Subs einnimmt, sind grandios. Ich finde ihn sehr liebenswert wegen all der Mühe, die er sich mit Kade gibt. Nur seinen Namen kann ich nicht leiden.
Als Nebencharaktere treten die Freunde von Kade und Deacon auf. Katie ist eine ganz süße, liebenswerte Person, die Kade immer zur Seite steht. Aber auch Deacons Freunde aus der Szene sind wirklich toll.

Fazit:

5* 
Falls du auf Gay Romance stehst und nichts gegen BDSM hast, schnapp' dir dieses Buch! So was hast du zuvor garantiert noch nicht gelesen. Wäre noch ein wenig mehr sprachliche Finesse in dem Roman zu finden gewesen, hätte ich es bestimmt zu einem All-time favourite gemacht. Das sagt doch einiges aus, nicht wahr?  

Kennst du "Zuflucht im Käfig"? Wie stehst du zu BDSM und/oder behinderten Charakteren in Romanen? 

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