Mittwoch, 14. Dezember 2016

Buchrezension: "Mehr als eine Affäre" von Nora Wolff

Autor: Nora Wolff
Titel: Mehr als eine Affäre
Verlag: Cursed
Format: eBook (Auch als Taschenbuch verfügbar!)
Seitenzahl: ca. 366

Erscheinungstermin: 04.11.2016
Altersempfehlung: ab 16 Jahren (von mir so eingeschätzt)

Genre: Alltag; Gay Romance

Schlagwörter: Offene Beziehung, Neuanfang, Love Triangle
Leseprobe: *klick*


Mit einem Klick aufs Bild zur Verlagsseite!

Klappentext: 

Als Felix' Partner Karsten nach sechs Jahren auf die Idee kommt, ihre bis dato monogame Beziehung in eine offene zu verwandeln, bricht für Felix eine Welt zusammen. Notgedrungen stimmt er dem Vorschlag zu, um Karsten nicht zu verlieren und in der Hoffnung, dass Eifersucht seinen Freund kuriert, wenn auch Felix mit anderen Männern Sex hat. Doch damit nicht genug, denn sein erstes Sex-Date Peer entpuppt sich nicht nur als absoluter Volltreffer, sondern weckt in Felix etwas, das so nicht geplant war: Gefühle, die weit über ihre körperliche Anziehung hinausgehen...


Erster Satz: 

"Offene Beziehung?!" Silvi stellt ihr Glas so hart auf dem Tisch ab, dass der Rotwein darin gefährlich nah an den Rand schwappt.

Meinung:

Von dem Cover bin ich nicht so begeistert. Es ist eher nichtssagend und durch das schlichte Design weckt es auch keine starken Gefühle. Dafür sagt mir die Gestaltung des Titels sehr zu! Handynachrichten spielen nämlich durchaus eine Rolle in der Geschichte.

"Mehr als eine Affäre" ist aussagekräftig, nicht wahr? Außerdem werden sofort bestimmte Assoziationen geweckt. "Affäre" ist zum Beispiel in erster Linie was Schlechtes, aber wenn es mehr als eine Affäre ist, ist es vielleicht doch nicht so übel? Nur einer der möglichen Gedankengänge zum Titel. Er regt die Fantasie an und weckt die Neugier. Hinzu kommt, dass er auch noch zur Story passt!

Felix erzählt die Geschichte als Ich-Erzähler. Seine Gefühle konnten mich so besonders gut erreichen und überzeugen. Außerdem leidet man viel intensiver mit. Und diese Geschichte ist eindeutig auch eine, bei der man leidet!

Vom Schreibstil her scheint die Autorin sich weiterentwickelt zu haben. Zumindest kommt es mir so vor, wenn ich mir meine anderen Rezensionen zu ihren Werken ins Gedächtnis rufe. Auch damals konnte man ihre Geschichten gut lesen, keine Frage! Aber dieses Mal war der Text nicht nur angenehm zu lesen, sondern auch sehr intensiv von den Gefühlen her und mit einigen schönen Stellen.

Der Gedanke ist gleichzeitig schön und unmöglich. Wie ein zu groß geratener Blumenstrauß, der sich beim besten Willen nicht in die viel zu kleine Vase quetschen lässt - nicht, bis man mit einer Schere ein paar störende Stiele und Blätter entfernt hat.
eBook, 36 %, Position 1837

Inhaltlich weiß ich gar nicht so recht, was ich noch sagen soll, ohne zu spoilern. Der Klappentext ist da doch eindeutig genug.
Dafür finde ich den Spannungsaufbau und die Charaktere ziemlich gut gelungen. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und hatte durchweg Spaß. Falls man Leid als Spaß verstehen kann, natürlich nur. ;) Die Leseprobe zu lesen lohnt sich garantiert. Obwohl ich vorher skeptisch war, hat sie mich so sehr überzeugt, dass ich den Roman gar nicht mehr abwarten konnte. Ich habe ihn sogar während des NaNoWriMo gelesen, obwohl ich so was sonst vermeide, weil es mich aus dem Schreibfluss reißen könnte. Diese Rezension habe ich einerseits aus Zeitgründen aufgeschoben - und andererseits, weil mich die Geschichte so sehr mitgenommen hat, dass mir dir richtigen Worte fehlten.
Die Thematik schafft es einfach immer wieder, mich aus den Latschen zu hauen. Offene Beziehungen und neue Lieben erinnern mich wohl unterbewusst daran, dass mir das auch passieren könnte. Das reizt meine Ängste und fesselt mich an den Roman. Ich vermute, dass es einigen anderen auch so gehen wird beim Lesen. Eine Sache, die mich bei solchen Geschichten jedoch immer wieder aufregt: Eigentlich wäre alles so leicht, wenn man einfach ordentlich miteinander kommunizieren würde!

Felix' Taten kann man meistens gut nachvollziehen, weil man beim Lesen in seiner Haut steckt. Auch sonst ist er ein sympathischer Typ, ein wenig dusselig manchmal, aber jeder macht Fehler.
Karsten habe ich von Anfang an nicht leiden können und das hat sich auch im Laufe der Geschichte nicht gebessert. Er ist einfach ein Arschloch und ich verstehe nicht, wie die beiden erst nach sechs Jahren solche Probleme entwickeln konnten. Sie passen gar nicht zusammen!
Peer ist da viel besser. Gutaussehend, aufmerksam, freundlich, interessant. Außerdem hat er ein Hobby, das mir so noch nicht in einem Roman begegnet ist. ;)
Felix' beste Freundin Silvi spielt auch eine recht große Rolle. Von ihr war ich so semi-begeistert. Sie ist ein guter Charakter, aber auch irgendwie anstrengend? Die Arbeitskollegin von Felix ist mir auch in Erinnerung geblieben, weil sie auch ein ganz besonderes Interesse besitzt. Diese niedlichen Details haben mir insgesamt gesehen gut gefallen!

Fazit:

5*
Obwohl ich den Roman bestimmt nicht nochmal lesen werde, weil mich die erste Hälfte innerlich mehrmals getötet hat, empfehle ich ihn doch gerne weiter. Die Geschichte ist spannend, gut geschrieben und besitzt nette Details.

Stimmst du meiner Einschätzung des Romans zu oder hast du ihn anders empfunden? Falls du ihn noch nicht kennst: Möchtest du ihn jetzt lesen oder schreckst du vor solchen Geschichten zurück?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen