Sonntag, 23. Oktober 2016

Buchrezension: "Verführ die Hete!" von Ni Jica (Verführung nach Plan 1)

Achtung: Momentan kostenlos!

Autor: Ni Jica
Titel: Verführ die Hete!

Reihe: Verführung nach Plan, Band 1 - Mark
Verlag: Selfpublisher
Format: eBook
Seitenzahl: 120

Erscheinungstermin: 12.10.2016
Altersempfehlung: ab 16 Jahren (von mir so eingeschätzt)

Genre: Gay Romance

Schlagwörter: Love Triangle, Coming Out
Leseprobe: *klick*


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Klappentext: 

Als Aidan zum ersten Mal auf Mark trifft, ist es ihm sofort klar: Er muss ihn haben! Dumm nur, dass dieser in einer langjährigen Beziehung zu einer Frau steckt und sein bester Freund scheinbar auch Gefühle für ihn hegt. Rücksichtslos schmiedet er einen Plan. "Verführ die Hete" heißt es ab jetzt....


Erster Satz: 

Seit geschlagenen 2 Stunden saß ich nun vor meinem Laptop und starrte auf das leere Blatt Papier meines Schreibprogramms.

Meinung:

Das Cover halte ich für gut gelungen. Ich war zwar zunächst ein wenig irritiert, weil vier Personen zu sehen sind und im Klappentext nur drei erwähnt werden. Aber hübsch ist es trotzdem!

Der Titel ist etwas verwirrend. Nicht die Bedeutung, aber die Darstellung auf dem Cover. Mir ist es einfach zu viel Text, falls das nachvollziehbar ist. Ich finde gute Reihentitel toll und gegen personenbezogene Bände habe ich auch nichts. Aber wenn die Titel so lang sind, sollte man sich mehrmals überlegen, ob man sie auf das Cover packt - oder eben als Hinweis irgendwo beim Klappentext hinschreibt und/oder ins Impressum. Aber das ist eine rein persönliche Ansicht.

Erzählt wird aus wechselnden Ich-Perspektiven. Es kommen vier Personen zu Wort: Aidan, Mark, Marks Freundin und Marks Chef. Eine interessante Konstellation, nicht wahr? Leider denke ich, dass man gut auf einige Sichtweisen hätte verzichten können. Möglicherweise hätte man das Ganze sogar nur aus Marks Sicht schreiben können, weil er im Fokus der Geschichte steht. Mir haben die vielen Perspektiven bei so einer überschaubaren Geschichte keinen Mehrwert geboten.

Neben den vielen Perspektiven hat mir auch der Schreibstil nicht gefallen. In der Ich-Perspektive kann man natürlich eher umgangssprachlich schreiben. Trotzdem sollte man auf Redewendungen wie "flink wie ein Wiesel" o.ä. verzichten. Meistens wirkt das nur übertrieben - und nicht humorvoll (oder was auch immer man damit bezwecken wollte).

Der Klappentext machte mich neugierig, aber er konnte nicht halten, was er versprach. Gleich der Anfang hat mich irritiert, denn der erste Abschnitt wird von Marks Freundin Anna erzählt. Das habe ich bei einer Gay Romance nicht erwartet. Es hätte eine interessante Abwechslung sein können, wenn man das Ganze anders angegangen wäre. Danach ging die Handlung langsam los. Es wurde deutlich interessanter. Leider verstrickte sich die Autorin in vermeintlich interessanten Wendungen, welche mich immer weniger überzeugten. Über das Ende bin ich trotzdem froh, weil alles andere nicht gepasst hätte. Trotzdem wird das Buch dadurch nicht besser,

Sein schlanker und doch athletischer Körper könnte geradezu einer Modezeitschrift entsprungen sein.
eBook, 1%, Position 22

Die Charaktere sind flach und klischeebehaftet. An so mancher Stelle habe ich mich tierisch darüber aufgeregt. Warum macht man das? Darüber freuen sich die LeserInnen nicht. Auch den Figuren gegenüber ist das unfair, denn man hätte viel mehr aus ihnen machen können.

Fazit:

2*
Neben zu vielen Perspektiven und einem ausbaufähigen Schreibstil ließ auch die Handlung zu wünschen übrig. Für mich ein enttäuschender Reihenauftakt und ein bedauernswertes Debüt. Nicht empfehlenswert.

Kennst du diesen Roman schon? Was hältst du davon? 

Kommentare:

Myna Kaltschnee hat gesagt…

Huhu Lisa,

ich hatte ja das Bild zu diesem Beitrag auf Instagram (war doch dort, oder?) gesehen und wollte mir unbedingt deine Rezi durchlesen. Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Aber dann lasse ich wohl auch besser die Finger davon. Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff "Hete" nicht gerne mag. Genauso wenig wie "Homo". Sowas schreckt mich ab - erst recht, wenn es im Titel vorkommt.

Liebste Grüße
M.

LiehsaH hat gesagt…

Liebe Myna,

ja, bei Instagram lade ich jetzt immer meine Bilder von den Büchern hoch. :D
Tja, ich wollte es eigentlich auch nicht lesen, um ehrlich zu sein. Letztens war ich ja auf der Suche nach neuen Gay-Romance-Geschichten (Vielleicht erinnerst du dich an meine Frage nach Empfehlungen bei Twitter?) und bin da auch auf dieses Werk gestoßen. Zuerst habe ich mich dagegen entschieden, aber dann hat das jemand halbwegs Vertrauenswürdiges bei Facebook empfohlen. Ich dachte: "Gut, es ist kostenlos und wird empfohlen, vielleicht unterschätzt du die Geschichte ja." Keine Ahnung, ob ich jetzt froh darüber sein soll, dass mein Bauchgefühl am Ende doch recht hatte. :D Aber ich bin mir sicher, dass du mit dem Auslassen dieser Geschichte nichts verpassen wirst. ;)
Ja, Hete und Homo klingen nicht so schön. Aber man gewöhnt sich daran, finde ich. Außerdem möchte ich diese Worte nicht als Beleidigungen oder negativ besetzt wahrnehmen. "Schwul" ist für mich auch kein Schimpfwort! Grundsätzlich denke ich, dass ein normaler Gebrauch von solchen Worten möglicherweise das Gegengewicht zu den Leuten darstellen kann, die sie als Beleidigung oder Diffamierung verwenden. ;)

Liebste Grüße
Lisa