Mittwoch, 28. September 2016

Buchrezension: "Kalte Milch und Kummerkekse" von Frieda Lamberti (Kummerkekse 1)

Autor: Frieda Lamberti
Titel: Kalte Milch und Kummerkekse

Reihe: Kummerkekse, Band 1
Verlag: Montlake Romance (Selfpublisher)
Format: Taschenbuch (Auch als eBook und Hörbuch verfügbar!)
Seitenzahl: 186

Erscheinungstermin: 08.03.2016
Altersempfehlung: ab 16 Jahren (von mir so eingeschätzt)

Genre: Contemporary Romance

Schlagwörter: Taxifahrerin, Polizist, Betrug
Leseprobe: *klick*


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Klappentext:

Seitdem Dagmar mit ihrem Vater gebrochen hat, geht sie ihren Weg allein. Ihr Leben ist eher trostlos als aufregend, gäbe es nicht ihren Nachbarn Pit. Schon seit langer Zeit hat sie ein Auge auf den smarten Polizisten gewor­fen. Doch mehr als die nette Frau von nebenan will er einfach nicht in ihr sehen. Warum nicht?, fragt sich auch Pits Großmutter und beschließt, dass sich das schnellstens ändern muss. Sie ist der felsenfesten Überzeu­gung, dass die beiden füreinander bestimmt sind, und nimmt sich vor, ihnen auf die Sprünge zu helfen. Dafür ist ihr jedes Mittel recht. Gerade als ihre Bemühungen den gewünschten Erfolg zeigen, wird unerwartet ein streng gehütetes Geheimnis gelüftet, das alle Beteiligten zwingt, sich ihrer schmerzvollen Vergangenheit zu stellen.


Erster Satz: 

Das Leben ist schön.

Meinung:

Ich mag das Cover. Es ist eher ruhig, aber sehr atmosphärisch. Es wirkt so liebevoll zusammengestellt, dass es mich berührt, obwohl nichts Besonders zu sehen ist.

Auch der Titel gefällt mir wegen seines Klangs. Außerdem ist "Kummerkekse" doch eine tolles Wort, nicht wahr? Zur Geschichte passt er glücklicherweise gut.

Abwechselnd erzählen Dagmar und Pit aus der Ich-Perspektive. Ich war ein wenig überrascht, weil sich der Klappentext so liest, als wäre Dagmar der Mittelpunkt der Geschichte. Meiner groben Einschätzung nach kommt sie auch häufiger zu Wort, aber ich habe ehrlich gesagt gar nicht damit gerechnet, dass auch Pit erzählen wird. Das ist an sich keine schlechte Sache,  da es die Geschichte ein wenig ausgeglichener gestaltet. Aber ob es zwingend nötig war? Wer weiß.
Zur besseren Kennzeichnung des jeweiligen Erzählcharakters ist Pits Text kursiv geschrieben.

Frieda Lambertis Schreibstil ist eher schlicht und umgangssprachlich. Daher ist er leicht verständlich, aber bringt wenig Gefühl und Magie in den Text.

Die Handlung ist nicht unbedingt das, was ich anhand des Klappentextes erwartet habe. Natürlich sollen Dagmar und Pit ein Paar werden und auch Pits Oma spielt dabei eine Rolle. Leider habe ich mir das Ganze anders vorgestellt. Es gibt eine relativ lange Einführung, die zwar unterhaltsam ist, aber nicht fesselnd. Das Paar findet sich schnell, um sich endlich der schmerzvollen Vergangenheit zu stellen. Um genau zu sein: Pits schmerzhafter Vergangenheit. Es taucht jemand von früher auf und bringt alles durcheinander. Aber das geschieht auf so billige, vorhersehbare Weise, dass ich manchmal echt verzweifelt bin, weil Pit als Polizist vorsichtiger hätte sein müssen. Unnötige Streits vorprogrammiert. Auch Pits Oma hat in der Vergangenheit was Blödes gemacht. Aber Dagmars Vergangenheit bleibt schwammig. Nur am Ende wird diese dann mehr in den Fokus gerückt, um einen Anknüpfungspunkt für den zweiten Teil der Reihe zu haben. Das hat mich so sehr genervt, dass die Chance für den nächsten Band in meinem Bücherregal sofort auf Null gesunken ist.
Bitte versteh' das nicht falsch: Die Geschichte hat mir schon gefallen und ich hätte gerne mehr über Dagmars Vergangenheit erfahren. Aber die Handlung absichtlich aufzusplitten, obwohl das nicht nötig wäre (Dieser Band umfasst nicht mal 190 Seiten!), empfinde ich als dreist. Dann fühle ich mich als Leserin hintergangen.

Dagmar ist einerseits sehr schlagfertig und zielgerichtet. Auch ihre Sprüche haben es zuweilen in sich. Leider habe ich ihre Liebe für Pit nicht ganz nachvollziehen können.
Pit ist ein netter Kerl, der sich aber leider oft dumm anstellt. Besonders wenn es um Frauen geht. Bei ihm konnte ich noch weniger nachvollziehen, warum er sich auf Dagmar eingelassen hat. Er wirkte wankelmütig bei seiner Entscheidung.
Es tauchen noch einige andere Leute auf. Martha hat mir gut gefallen, aber ich hätte aufgrund des Klappentextes mehr Szenen mit ihr erwartet. Dagmars Stammgast wäre auch eine gute Partie für die Protagonistin gewesen.


Fazit:

3*
Eine unterhaltsame Geschichte, deren Schwächen darin liegen, dass die Liebe des Paars zueinander nicht wirklich nachvollziehbar ist. Außerdem ist der Protagonist bei Frauen ein wenig blind. Auch der Schreibstil macht den Text nicht besonders. Empfehlenswert für Herbstabende, wenn man nicht nachdenken möchte und große Gefühle nicht verkraftet.


Kennst du die Autorin? Was hältst du vom Titel? 

Kommentare:

schreibkasten hat gesagt…

Der Titel selbst hört sich wirklich interessant an, aber wenn die Geschichte dann so schwach ist, dann bringt das tollste Cover oder der tollste Titel überhaupt nichts.

In dem Fall werde ich es mir eher überlegen, ob ich mir das Buch gönne. Ich tendiere eher zu Nein. Gerade dann, wenn es noch ein zweiten Teil gibt, den man gut in ein Band hätte stecken können.

Schade.

LiehsaH hat gesagt…

Hey,

das verstehe ich gut! Vor allem weiß man ja auch nicht, ob nach dem zweiten Teil nicht noch mehr kommen wird... Aber zum Glück gibt es genug andere gute Bücher. ;)

Liebe Grüße!