Mittwoch, 21. September 2016

Buchrezension: "Das Leben ist kein Zweizeiler" von Friedrich Kalpenstein

Autor: Friedrich Kalpenstein
Titel: Das Leben ist kein Zweizeiler
Verlag: Selfpublisher
Format: Taschenbuch (auch als eBook und Hörbuch erhältlich!)
Seitenzahl: 260

Erscheinungsjahr: 17.05.2016
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Genre: Contemporary Romance

Schlagwörter: Autor, Dackel, Dating
Leseprobe: *klick*

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Klappentext: 

Alexander ist Autor und geschieden. Gemeinsam mit seinem Rauhaardackel Leo wohnt er in München. Seit seinem Bestseller hindert ihn eine Schreibblockade, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Mit dem Schreiben von Groschenromanen hält er sich zwischenzeitlich über Wasser.»Ein Single, der sich auf den Weg macht, die große Liebe zu finden«, das soll der Inhalt seines neuen Bestsellers sein. Getrieben von dieser Idee stürzt er sich auf den Singlemarkt. Natürlich rein zur Recherche. Unterstützt wird er hierbei von Michaela, einer langjährigen Freundin und Psychologin, die in Alexander eine Art Projekt sieht. Ob Alexander zu seiner alten Form zurückkehrt und auf die Frau seines Lebens trifft …?

Erster Satz: 

"Herr Kranzberger, als Sie den letzten Satz Ihres Romans vollendeten, hatten Sie da schon eine Ahnung, dass es ein Bestseller werden würde?"


Meinung: 

Das Cover gefällt mir sehr! Die Farben harmonieren toll miteinander, das Design ist klasse. Besonders cool finde ich, dass der Schauplatz und die beiden Hauptpersonen abgebildet werden.

Der Titel spielt wohl auf den Beruf des Protagonisten Alexander Kranzberger an. Der ist nämlich Autor und leidet lange Zeit an einer Schreibblockade. Abgesehen davon schwingt eine philosophische Note mit, was mir gut gefällt. Ich wünschte, ich hätte auch so gute Ideen für Buchtitel!

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten. Ab und an werden jedoch Ausschnitte aus Alexanders literarischen Ergüssen eingeflochten, die selbstverständlich aus anderen Perspektiven erzählt werden. Mir gefällt daran, dass man sehr deutlich die Bezüge zwischen dem, was Alex erlebt, und dem, was er schreibt, sieht. Kurz gesagt: Alex erlebt irgendetwas und diese Elemente lassen sich in irgendeiner Form in seinem Text wiederfinden. Das mag ich.
Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle aber auch darauf hinweisen, dass die Parallelen zwischen der fiktiven Welt und dem realen Lebens eines Autors nicht so eng liegen müssen, wie es in "Das Leben ist kein Zweizeiler" den Anschein macht. Das ist nämlich Typsache. ;)

Der Schreibstil ist okay. Eher umgangssprachlich, aber das liegt wohl an der Perspektive. Abgesehen davon liest sich der Roman meistens sehr nüchtern, obwohl er auf Humor ausgelegt ist. Die Geschichte lässt sich gut lesen, aber durch einen besonderen Stil sticht sie nicht hervor.

Kritisieren muss ich leider die Handlung, den wichtigsten Bestandteil einer Geschichte. Die Idee ist nett und der Klappentext vielversprechend. Die Geschichte plätschert aber nur so dahin. Es gibt skurrile Szenen und es wird versucht, humorvoll zu sein, doch für mich war das meistens zu konstruiert. Natürlich musste ich bei der ein oder anderen Szene schmunzeln, doch habe ich schon deutlich lustigere Bücher gelesen.
Abgesehen davon wirkt der Text ziemlich platt. Damit meine ich, dass die Gefühle nicht wirklich übermittelt werden, obwohl es ein Liebesroman ist. In einem Abenteuerroman wäre das z. B. nicht so tragisch, wenn man mich fragt. Aber gut beschriebene Gefühle sind unerlässlich für einen Romance-Titel. Ich habe sie nicht gespürt. Alex' Genervtheit wegen seiner Schreibblockade, sein Umgang mit seinem Hund und der besten Freundin und allerlei andere Dinge waren kein Problem. Aber Liebe? Ich mache kein Geheimnis daraus, dass mir die unsterbliche Liebe auf den ersten Blick auf die Nerven geht. So gesehen habe ich überhaupt nichts gegen eine eher "ruhige" Liebesgeschichte. Aber wenn ich das zentrale Gefühl des Textes nicht spüren kann, ist das Genre nicht richtig erfüllt worden. An dieser Stelle könnte man natürlich so argumentieren, dass die Perspektive eines Mannes nicht so viele Emotionen hergäbe. Das halte ich ebenso für Quatsch wie die Aussage, dass Männer grundsätzlich keine guten Romanzen schreiben könnten. Es kommt immer darauf an, ob man das Ganze authentisch vermitteln kann. Das ist gänzlich unabhängig vom Geschlecht. Für mich hat Friedrich Kalpenstein das leider nicht erreichen können. Neben etlichen Übertreibungen hat mich auch das Ende nicht vom Hocker gerissen.

Alex ist ein schwieriger Charakter. Ich fand es fast verstörend, wie er mit seinem Dackel umgeht. Davon abgesehen ist auch sein Wunsch nach einer Partnerin fragwürdig. Er wirkt sowohl arrogant als auch schüchtern an verschiedenen Stellen. Ich kann mir keine richtige Meinung zu ihm bilden.
Leo ist Alex' Dackel. Ein verwöhntes Ding, das auch gut eine Katze hätte sein können, wenn man an Hunde- und Katzen-Klischees glaubt. Er hat mir ganz gut gefallen, war insgesamt aber ziemlich vermenschlicht.
Alex' beste Freundin Michaela ist ein wenig durchgeknallt, aber auch amüsant. Wahrscheinlich der beste Charakter im ganzen Buch,
Es treten natürlich noch zahlreiche Damen auf, wie das eben so ist, wenn man nach der Richtigen sucht. Zusätzlich lernt man Alex' Agenten sowie seine Exfrau ein wenig kennen.

Fazit: 

3*
Ich hätte mir so gewünscht, dass das Buch mich fesselt. Ein Liebesroman aus männlicher Sicht mit einem Autoren als Protagonisten, das wäre toll gewesen! Leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.

Kennst du Werke des Autors? Hast du ihn vielleicht so wie ich bei der LLC2016 gesehen?

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