Montag, 1. August 2016

Meilenstein: Ausbildung beendet!

Man soll die Feste feiern, wie sie kommen. Warum sollte ich dann persönliche Erfolge nicht auch hier festhalten? Und schwupps, die "Meilensteine" wurden geschaffen!



Am 12.07.2016 habe ich die mündliche Abschlussprüfung für meine Ausbildung bestanden. Drei Jahre hat es gedauert, bis ich offiziell als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek arbeiten darf. Natürlich dürfte ich mich auch für die anderen Fachrichtungen bewerben.


Zum FAMI-Beruf

Die FAMI-Ausbildung ist anstrengend. Nicht immer und bestimmt auch nicht für jeden, aber die meisten sehen das so.
Die Arbeit im Betrieb ist recht abwechslungsreich und mal mehr, mal weniger erschöpfend. Es macht durchaus Spaß, wenn genug zu tun ist. Leider ist das von Tag zu Tag unterschiedlich. Manchmal gibt es auch wochenlang nicht viel zu tun. Zumindest war das in meinem Betrieb so, woanders kann das natürlich anders sein.
Die Berufsschule fand bei mir im Blockunterricht und weit weg statt. Ich musste in einem Internat wohnen, welches nicht unbedingt das sauberste war. Mit der Berufsschule an sich hatte ich eher weniger Probleme, auch der Stoff war okay. Selbstverständlich habe ich mich oft darüber aufgeregt, aber welcher Schüler tut das nicht? Man kann den ganzen Kram lernen, wenn man will. Es ist nur eine Frage der Motivation - und die ist eben nicht immer gegeben. Wenn man sich nicht anstrengt, schafft man die Ausbildung in der Regel auch nicht. Wären manche Lehrer qualifizierter und zugänglicher gewesen, hätte mir die Berufsschule bestimmt mehr Spaß gemacht. So war ich immer froh, wenn ich wieder nach Hause durfte.
Am besten gefallen hat mir, dass man während dieser Ausbildung Praktika in anderen Betrieben machen darf. Das ist nicht selbstverständlich bei einer betrieblichen Ausbildung! Hier war das sogar gewünscht. Es ist ungemein erfrischend, ab und an für ein paar Wochen in einen anderen Betrieb hereinschnuppern zu können! Mir hat das besonders viel Spaß gemacht, weil jedes Praktikum aufregend und fordernd war.

Nett an dem Ganzen war auch, dass ich im Öffentlichen Dienst angestellt war. Davon träumen viele, die auf Sicherheit im Beruf aus sind. Als Azubi geht es da einem tatsächlich ziemlich gut: Der Tarifvertrag ist nett gestaltet und die Gewerkschaft sorgt regelmäßig für bessere Konditionen. So wurden die Arbeitsbedingungen in den drei Jahren Ausbildung mindestens zweimal geändert, wenn nicht sogar dreimal. Ich weiß das ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Auf jeden Fall sind die Zahl der Urlaubstage sowie das Gehalt gestiegen. Das ist ziemlich nett. Außerdem wurden einige Kosten, die durch den Blockunterricht entstanden, erstattet. Wenn man nach der Ausbildung übernommen wird, geschieht das häufig auch zu guten Konditionen. 30 Tage Urlaub hat man in der freien Wirtschaft eher selten. ;)
Natürlich gibt es auch FAMIs, die nicht im Öffentlichen Dienst angestellt sind. Die arbeiten meist unter schlechteren Konditionen als ihre Klassenkameraden, haben dafür aber später bei der Übernahme mehr Spielraum, was die Gehaltsverhandlungen betrifft. Übrigens sind die Chancen, übernommen zu werden, hier größer als im Öffentlichen Dienst. Mir wurde zum Beispiel gleich beim Vorstellungsgespräch gesagt, dass es für mich keine Stelle im Betrieb geben wird nach der Ausbildung.


Warum die Ausbildung für mich ein Erfolg war

Ich habe mich bewusst für diese Ausbildung entschieden nach dem Abitur. Eigentlich wollte ich studieren, aber das war alles noch so unsicher und komisch... Ich war noch nicht bereit dafür. Die Ausbildung hat mir dabei geholfen, mich selbst noch etwas zu finden. Außerdem ist das Gehalt auch okay und ich habe viel gelernt. Meine ArbeitskollegInnen waren sehr nett. Ich habe tolle Menschen kennenlernen dürfen, die hoffentlich auch nach dieser Zeit noch den Kontakt zu mir halten werden.
Ich habe gelernt, dass ich einen Bürojob durchaus machen kann, mich aber nach einer gewissen Zeit langweile. Ich habe begriffen, dass ich die Führungsposition zwar immer noch ablehne, aber nichts dagegen hätte, eigenverantwortlich zu arbeiten. Ein schlichtes Angestelltendasein genügt mir also nicht, besonders nicht wenn man die harschen Strukturen im Öffentlichen Dienst berücksichtigt. Der Dienstweg ist alles!
Ich habe auch an meiner Entscheidung bezüglich des nach hinten geschobenen Studiums gezweifelt, keine Frage. Aber ich habe die Ausbildung nie bereut und stehe nach wie vor hinter meiner damaligen Entscheidung, weil mich diese Zeit weitergebracht hat.


Was als nächstes kommt

Das Blümchen habe ich zur bestandenen mündlichen Prüfung bekommen. <3
Wie schon häufiger erwähnt, möchte ich studieren. Ich habe mich an ein paar Unis für Japanologie beworben, häufig mit Germanistik oder etwas ähnlichem als Nebenfach. Mal sehen, was sich da ergibt. Zur Not gibt es auch noch Unis, bei denen Japanologie und vergleichbare Studiengänge zulassungsfrei sind. Ich werde also irgendetwas in dem Bereich finden, auch wenn es nicht unbedingt meine Wunsch-Uni wird.

Ich hoffe, ich habe dich nicht unglaublich gelangweilt mit diesem Post. Mir war einfach danach, mal so etwas zu schreiben. Falls es noch Fragen zum FAMI-Beruf gibt, immer her damit! Bei Interesse könnte ich auch einen Beitrag schreiben, in dem es darum geht, warum ich mich für Japanologie entschieden habe. 

Keine Kommentare: