Sonntag, 29. November 2015

NaNoWriMo 2015 - Woche 4 oder Finales Update

Der NaNoWriMo ist überstanden. Puh! Dieser Schreibmarathon hat es echt in sich! Doch hier erst mal meine Statistik. Zur Feier des Tages zeige ich euch sogar meine höchst private:




Ja, weswegen sage ich, der NaNo wäre zu Ende, obwohl er noch bis zum 30. geht? Weil ich fertig bin! Am Donnerstag habe ich die 50k erreicht – und gleichzeitig die Rohfassung von FFAT beendet! Yay! Party! Action! Belohnung! Weltherrschaft!

Ganz so gut habe ich mich dann doch nicht gefühlt. Ich habe mir vorher immer ausgemalt, dass ich super glücklich sein würde, wenn ich die Rohfassung von FFAT fertiggestellt habe. Dass ich mir dann selbst bewiesen hätte, Autorin sein zu können. Irgendwann in naher oder ferner Zukunft. Natürlich ist das auch eingetreten. Wobei man mir jetzt natürlich Naivität vorwerfen könnte. "Die Rohfassung ist nur der erste Schritt!" und so. Aber wenn ich nicht mal die Rohfassung schaffe, kann ich den Rest gleich vergessen, oder nicht? Also ist es schon ein entscheidender Sieg. 


Leider waren der feine Schmerz und die Orientierungslosigkeit viel eindrucksvoller, nachdem ich die letzte Szene beendet hatte. Ich war ganz aufgeregt und vorfreudig, als ich die letzten Worte tippte. Ein „Ende“ habe ich jedoch nicht mehr darunter gesetzt. Denn da hatte mich schon der bittere Nachgeschmack eingeholt. Nein, nicht der innere Kritiker! Einfach das Gefühl, etwas Wichtiges verloren zu haben. Außerdem fühlte ich mich so verwundbar. Als hätte ich mein Innerstes auf dem Silbertablett serviert. Dabei habe ich nicht vor, jetzt schon jemanden die Geschichte lesen zu lassen! Trotzdem wusste ich, dass sie nun ein Stück weit in die Welt hinausgehen würde. Ich wollte schließlich anderen mitteilen, dass ich es geschafft hatte. Die Furcht vor den Reaktionen war groß. Dass meine Twitter-Autorenfreunde mir ausnahmslos positiv gesinnt sind und sich alle für mich freuen würden, wusste ich. Vor ihnen hatte ich keine Angst. Aber ich wollte mich doch mit dem Ende von FFAT mit einer Facebook-Autorenseite belohnen. Dort würde ich so etwas teilen müssen. Ich wollte auch mein privates Profil anpassen: Das Gewinnerbild hochladen, dazu einen passenden Post und der Link zu meiner Fanpage. Doch wie würden meine „Freunde“ darauf reagieren? Meine Klassenkameraden aus der Berufsschule? Meine Arbeitskollegen? Irgendwie wurde mir erst da wirklich klar, dass ich aus dem Schatten treten würde. Das Schreiben wäre dann nicht mehr mein geheimes Hobby, dem keiner etwas anhaben kann, weil er einfach nichts davon weiß. Nein, fortan würde sich jeder dazu befähigt fühlen, über meine Fähigkeiten zu urteilen. Vielleicht sogar mein Hobby zu verurteilen. Den Gedanken fand und finde ich gruselig. Von daher hat nicht nur der Trennungsschmerz von FFAT mir Sorgen gemacht. Die Mischung aus Schmerz und Angst tut einem wirklich nicht gut, wenn man sich sowieso sehr verwundbar fühlt. Als würde man in eine Schlacht ziehen und hätte seine Rüstung vergessen.

Abends habe ich mich dann irgendwann getraut, der Welt mitzuteilen, dass ich fertig bin. Das ging zwar nicht über Twitter, meine Klassenkameraden und einige Freunde hinaus, aber mehr war nicht möglich. Bei Twitter lief natürlich alles super. <3 Mein Freund hat sich für mich gefreut und ich durfte mir fürs Wochenende was zu Essen mit Nachtisch aussuchen. Da ich momentan eigentlich auf Süßes verzichten möchte zwecks Abnehmen und dem bevorstehenden Weihnachtsgelage, war das ein nettes Geschenk. Andere Freunde haben sich zwar gefreut, aber man hat deutlich gemerkt, dass es sie nicht wirklich trifft. Das ist einfach die typische Reaktion von Nicht-Schreiberlingen, wenn man mit ihnen über das Schreiben reden möchte. Leider. Dafür waren meine Klassenkameraden ziemlich nett. Die meisten haben zwar "nur" gratuliert und sich danach nicht mehr um mich gekümmert, doch es gab auch Interesse von unerwarteter Seite, was mich sehr gefreut hat. Insgesamt lief das "Outing" also besser als erwartet. Jetzt wartet noch Facebook auf mich.



Mein Gesamteindruck zum NaNoWriMo 2015

Insgesamt gesehen kann ich sagen, dass der NaNoWriMo besser gelaufen ist als erwartet. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal teilgenommen und war dementsprechend aufgeregt, Ich wollte diesen Schreibmarathon unbedingt gewinnen, hatte aber Angst, es nicht zu schaffen und als Versager aus der Sache hervorzutreten. Natürlich ist auch eine Teilnahme gut, denn man kommt in seiner Geschichte trotzdem voran. Aber ich wollte mir hiermit ein wenig beweisen, dass ich das Zeug zur Autorin habe, weil ich eben noch nie zuvor eine längere Geschichte fertiggestellt habe. Wäre ich an dieser Aktion gescheitert, hätte ich meinen Traum vielleicht wieder begraben. Nun glaube ich noch fester daran, dass ich irgendwann als Autorin mein Geld verdienen kann. 

Ansonsten habe ich mich bei dem Gedanken, stundenlang vorm PC zu sitzen und nicht zu wissen, wie es weitergehen soll, unwohl gefühlt. Dieser Fall ist zum Glück nicht aufgetreten. Natürlich hatte ich Tage, wo ich lieber prokrastinierte als zu schreiben. Aber das lag nie daran, dass ich nicht gewusst hätte, wo es hingehen sollte, sondern mehr daran, mich zum Anfangen motivieren zu müssen. Da war Twitter wieder eine große Hilfe!

Ich denke, dass man den NaNo sehr gut schaffen kann, wenn man ein geplantes Projekt schreiben will. Mein Glück war, dass mein Projekt mich schon zwei Jahre begleitet hat und ich jede Szene kannte. Ich musste eigentlich nur noch schreiben, wozu ich mich alleine nicht so recht aufraffen konnte. Hoffentlich ändert sich das jetzt, wo ich den Eindruck gewonnen habe, meinem Traum ein Schrittchen näher gekommen zu sein. 


Diese Postkarte habe ich im September in weiser Voraussicht gekauft und an die Wand über meinem Schreibtisch geklebt. Motivierend, oder nicht? ;)


Wie geht es mit FFAT weiter?

Da die Rohfassung nun beendet ist, habe ich zwar einen Teil der Arbeit geschafft, aber wie gesagt: Nur einen Teil. Ich werde das Ganze mindestens den Dezember über ruhen lassen. Dabei kribbelt es jetzt schon in meinen Fingern und ich möchte mit dem Überarbeiten beginnen, auch wenn das vermutlich nicht lange so bleiben wird. Trotzdem denke ich, dass ich mir diese Zeit nehmen sollte. Danach werde ich versuchen, die Geschichte so aufzuarbeiten, als wollte ich sie veröffentlichen. Momentan bin ich mir da nicht so sicher, aber wenn ich diesen Vorgang einmal komplett durchgehe, wird mir das für Folgeprojekte nur nützlich sein. Schließlich habe ich noch nie großartig überarbeitet oder mit Testlesern gearbeitet. Für den ersten Versuch ist eine Geschichte, die man nicht zwingend veröffentlichen möchte, vielleicht ganz praktisch. 
Von daher werde ich mich ab Januar an die erste Überarbeitung machen. Ich denke, ich werde mindestens zwei Durchgänge brauchen. Leider habe ich noch keine Ahnung, wie lange ich dafür brauchen werde und kann daher nicht unbedingt weiter für die Zukunft planen. Im Februar kriegen wir nämlich die Themen unserer Abschlussprüfung - und ich sollte ab da auch schon mal anfangen zu lernen, wenn ich mir den Stoff nicht in ein paar Wochen reinprügeln möchte. 


FFAT Funfacts

Auch wenn es nicht diesen Monat passiert ist, so hat sich die Geschichte an manchen Stellen anders entwickelt als gedacht. Hier ein paar Kleinigkeiten dazu:
  • Keine Ahnung, warum, aber plötzlich waren die beiden besten Freunde meines Protagonisten ein Paar. Und hatten natürlich auch ihren eigenen Nebenplot im Gepäck. Keine Ahnung, ob ich den gut unterbringen konnte. :D
  • So ziemlich jede Szene dieser Geschichte ist viel, viel länger als ich gedacht hätte. Dafür ist die Schlussszene sehr kurz.
  • Mein Protagonist hat während der Geschichte sein Aussehen geändert. Ja, das wird ein Spaß während der Überarbeitung! Also ein Hinweis an alle Plotter: So etwas kann auch bei geplanten Projekten passieren!

Was mache ich im Dezember?

Schreiben werde ich fürs Erste wohl nicht mehr. Zwar steht jetzt die Schreibnacht an, auf die ich mich sehr gefreut habe. Doch leider bin ich schreibtechnisch ziemlich ausgelaugt und muss meine Reserven wieder auffüllen. Wenn man es nicht gewohnt ist, täglich zu schreiben, haut das ganz schön rein. Selbstverständlich hatte ich auch Spaß und habe den Monat genossen. Vor allem meine Schreibschnelligkeit hat sich sehr verbessert! Von etwa 1000 Wörtern pro Stunde habe ich mich auf 1000 Wörter in 25 Minuten gesteigert. Hätte ich die Pausen zwischen den Etappen nicht so lang gemacht, hätte ich die täglich 2000 Wörter in einer Stunde schaffen können! Immer noch ein wenig unfassbar für mich.

Aber zurück zum Thema: Schreiben werde ich wohl nicht. Ich hatte im letzten Post schon erwähnt, dass meine Lesephase sich langsam nicht mehr aufhalten lässt. Die letzten Tage habe ich mir nach dem Schreiben immer Kurzgeschichten gegönnt, weil ich die an einem Abend auslesen kann. Da befällt mich nachts und am nächsten Morgen nicht gleich der Drang, weiterlesen zu müssen. Aber jetzt ist der NaNo vorbei und ich muss dem Drängen nachgeben. Für dich bedeutet das keinen Nachteil! Vielleicht kommt sogar noch öfter als ein Mal die Woche eine Rezension auf meinen Blog. ;)

Ansonsten muss ich noch Weihnachtskarten basteln. Das werden dieses Jahr ziemlich viele, wodurch der Aufwand wächst. Zum Glück kam niemand auf die bescheuerte Idee, den NaNo im Dezember zu veranstalten! :D

Freunde, Familie und fester Freund brauchen auch verstärkt meine Aufmerksamkeit. Weihnachtsgeschenke muss ich auch noch besorgen!

Dann muss ich mich natürlich auch um meinen Social-Media-Auftritt kümmern: Die Facebook-Autorenseite muss eingerichtet werden. Das wird wohl vor dem 6.12. nichts, weil ich bis dahin in der Berufsschule stecke und sie nur unzureichend betreuen könnte. Meiner Meinung nach wäre das ein extrem schlechter Start! Also verschiebe ich das nach hinten, um gleich voll durchstarten zu können. Dafür kann ich hier im Exil mehr lesen als Zuhause. Das kommt den Rezensionen und dem Blog wieder zugute. Ich habe ohnehin noch einige Posts in der Hinterhand, die ich längst hier veröffentlichen wollte. Da wären ein paar Erkenntnisse, extrem verspätete Urlaubsberichte sowie einige selbst gebastelte Geburtstagskarten. Das ist nur eine kleine Auswahl! Hinzu kommt, dass ich den Blog, wie schon vor Ewigkeiten angekündigt, aufpäppeln wollte. Dazu komme ich dann hoffentlich auch endlich.

Selbstverständlich werde ich auch betalesen. Von der lieben Frances habe ich noch zwei Kapitel hier liegen, die schon den ganzen NaNo auf eine Überarbeitung warten. Ich sollte sie nicht ewig aufschieben. Vor allem, weil ich die Geschichte sehr mag!

Natürlich werde ich die Zeit nicht gänzlich ohne das Schreiben verbringen. Im weitesten Sinne gehören auch die Recherche und das Plotten dazu. Wenn ich dazu komme, werde ich es tun. Dann hätte ich schon mal ein Projekt für das erste Camp NaNo nächstes Jahr. Falls ich daran teilnehmen kann... Nächsten Sommer habe ich nämlich die Abschlussprüfungen meiner Ausbildung. :/ Da muss ich früh anfangen zu lernen. Ob ich daneben noch Zeit zum Schreiben finde, ist fraglich. 

Ich glaube, das sind auch schon genügend Dinge auf meiner To-Do-Liste für den nächsten Monat. Wenn ich da noch mehr große Sachen hinzufüge, werde ich mich nur überfordert fühlen. Das wäre nach dem Druck durch den NaNo garantiert ein Schuss nach hinten.


Wie lief die letzte Woche bei dir? Hast du mittlerweile auch gewonnen? Versuchst du, eine Punktlandung hinzulegen? Was sind deine Erwartungen und Ziele für die Zeit nach dem Schreibmarathon?


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Hier noch einmal eine kleine Übersicht der letzten NaNo-Updates:

Kommentare:

  1. Hört sich wirklich spannend an, ich habt den nanowrimo leider verpeilt, aber nächste mal möchte ich mitmachen, mal sehen.

    Aber eins wollte ich dir sagen, Trau dich! Es ist gar nicht so schwer und ist so ein tolles gefühl, wenn das eigene Buch das erstemal gekauft wird!!! Ich habe jetzt schon 2 Geschichten online und ja es ist einfach toll!!!! Wozu all die Mühe, das herzblut und die schlaflosen nächste, wenn man es irgendwo im PC verschimmeln läßt? NEIN! Deine Geschichte will leben! Gelesen werden, jemanden in seinen bann ziehen, zu träumen werden! Trau dich.

    Wenn du fragen zum Veröffentlichen hast, melde dich gerne! Ob um Testleser zu finden oder was sonst so wichtig ist.

    LG Sayuri von Buchmagie.de

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    1. Liebe Sayuri,

      das ist übrigens auch mein liebster japanischer Name. ;)

      Danke für deine aufmunternden Worte! <3 Ich verstehe deine Argumente und habe auch schon öfter darüber nachgedacht. Da ich an akuter Aufschieberitis leide, habe ich die Entscheidung auf Nach-der-Überarbeitung verschoben. ;) Aber wenn ich Hilfe brauche, frage ich dich gerne! Vielen Dank für das Angebot! :D

      Liebe Grüße
      Lisa

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